Re: Was ist nun mit Encore?
Als Antwort auf : Re: Was ist nun mit Encore? geschrieben von Steffi on Oktober 30, 1999 at 08:08:23:
Hallo Steffi,
> Meines Erachtens ein Zeichen das die Weiterarbeit an dem Programm wohl nicht mehr likrativ genug ist für die Firma
> und dort nichts mehr hineingesteckt wird.
Das war auch genau mein Eindruck...deswegen kann aber ja durchaus deine aktuelle Programmversion gut
funktionieren und ihren Zweck erfüllen. Wie du selbst sagst: ein Umsteigen auf ein anderes Programm ist
nicht nötig, solange das Programm deine notensetzerischen Anforderungen erfüllt.
> Du arbeitest mit Finale? Finale 2000 oder die 98 Version? [..] Mir schien das man bei Finale sehr genau
> wissen muß wo man "was" findet um überhaupt die Möglichkeiten auszunutzen, das machte das
> Programm für mich diffus. Sicher ist das nach der erforderlichen Einarbeitung vorbei. Wie sind dort deine Erfahrungen?
Ich arbeite mit Finale 98c, deutsche Version. Meine Einarbeitungszeit, um grundlegende Notensatzfunktionen
zu beherrschen war nicht so lang (habe ja schließlich vorher mit Encore gearbeitet...). Ich habe mit ein paar
Songs und Solostücken angefangen. _Richtig_ bedienen gelernt habe ich Finale allerdings erst, als ich ein
Pop-Orchester-Arrangement zu einem Termin abliefern mußte. In solchen Situationen lernt man eben am besten,
wenn man muß. Es stimmt, daß die Bedienung von Finale in den Versionen langwierig war, als man die
Werkzeuge noch anklicken mußte. Mittlerweile hat sich (seit Finale 97, verstärkt in 98) die Bedienung sehr
gewandelt. Durch die weitgehende Möglichkeit, die Tastatur auf unterschiedlichste Weise zu belegen, ist das
Programm sehr viel schneller geworden. Ein Beispiel: bei meiner ersten Version (3.5) mußte ich noch für einen
Stakkatopunkt: (1) das Artikulationswerkzeug anklicken, (2) die Note anklicken, (3) den Staccatopunkt
doppelklicken, bzw. einfach klicken und Return drücken. Mittlerweile (Version 98c) bewege ich die Maus auf
die Note, drücke gleichzeitig die F-Taste, die ich dem Artikulationswerkzeug zugeordnet habe, halte die
Taste "1" (Kürzel für Staccato) und klicke einmal auf die Note. Die gleiche Vorgehensweise gilt für
Vortragsangaben und (mit Einschränkungen) für Bögen.
Seit diesen Erweiterungen ist Finale wirklich schnell zu bedienen, und das ist ein ganz wichtiger Faktor.
Entweder muß ich Noten abgeben, oder ich will eine eigene musikalische Idee aufschreiben. In beiden
Fällen ist die Arbeitsgeschwindigkeit der kritische Faktor, ob ich erfolgreich arbeite. Das ist in den neueren
Versionen einfacher geworden: man muß zwar dann viele Kürzel im Kopf haben, die kann man sich aber
so programmieren, daß sie (1) logisch auf der Tastatur verteilt sind, (2) schnell zu erreichen sind
und (3) sinnvoll auf der Tastatur liegen. Z.B.: F9-p für Piano, F9-f für Forte, F11-s für staccato, etc.
Wieviel Finale spieltechnisch realisiert, hängt auch von den eigenen Einstellungen ab. Die mitgelieferten
Bibliotheken sind für den Hausgebrauch sicher ausreichend, aber einige Dinge können nur mit vielen
Tricks abgespielt werden. Dazu zählen Wirbel, Triller, Glissandi. Dazu muß man natürlich sagen, daß ein
programm alles notwendige spielen können sollte, was zum KONTROLLllhören notwendig ist. Meiner
Ansicht nach ist das bei Finale der Fall, aber viele Leute halten es nicht für ausreichend.
> Speziell für die Verlagsarbeit muß das Programm zuverlässig laufen und drucken (Encore ließ gern ein
> paar Buchstaben weg)....wie sind deine Erfahrungen bezüglich Finale?
Finale lief immer zuverlässig und stürzt in der aktuellen Version auch nicht ab. Früher ja, aber da hatte ich
noch mit Viren auf meinem System Ärger... Ich verwende einen Brother HL-1040 Laserdrucker und bin
mit dem Ausdruck sehr zufrieden - bis auf das Design des Violinschlüssels, an dem man bis heute alle
Finale-Noten erkennt (kann man aber ändern, wenn man will). Habe heute gerade die Werbung für
Finale 2000 im Briefkasten gehabt: dort wird zusätzlich ein neuer Musikzeichensatz mitgeliefert, der
im Default-Dokument eingestellt ist. Künftig wird man also Finale-Noten nicht so ohne weiteres von anderen
unterscheiden können...
In der Übergangszeit habe ich übrigens gerne mal die Notenschlüssel von Encore oder Capella in meinen
Finale-Dokumenten verwendet. Sieht recht gut aus. Übrigens möchte ich eines noch wiederholen, was
dir aber sicher schon einmal begegnet ist: die Qualität eines Notensatzes hängt in erster Linie vom Können
ab, der ihn produziert hat. In zweiter Linie von den Funktionen und Fähigkeiten des verwendeten Programms.
Das wird dir aber beim Betrachten von fremden Notensätzen vermutlich auch aufgefallen sein...trotzdem gibt
es diesbezüglich noch häufig Irrtümer.
Hier noch ein paar Links, zum Thema:
Zum Thema Schlagzeugnotation mit Finale:
http://www.cmp.net/finale/boards/Midi/messages/153.html
Das Notensatz-Forum:
http://www.musicado.de/forum/index.html
Gerd Castan - Notensatz und Computer: SMDL, NIFF, DARMS, GUIDO, abc
http://www.s-line.de/homepages/gerd_castan/compmus/
Viel Erfolg,
Harald